21. - 23.02.2014

Fasnachtsweekend Rapperswil

 

So, nun sind auch wir definitiv, endgültig und mit viel Getöse in die fünfte Jahreszeit gestartet  -  einigen Körpern wäre es nun eigentlich egal, wenn das Ganze bereits wieder zu Ende wäre, allerdings ist der Geist noch absolut willig und verdient den fairen Kampf.


Freitag

Am Freitag trafen wir uns, auf die freundliche Einladung der Schellengoggis hin, im Festzelt auf dem Fischmarktplatz zu einem reichhaltigen Apéro (vielen Dank an dieser Stelle) und trafen all unsere lieben in- und externen Guggengspändli zum Auftakt der Rapperswiler Fasnacht. Traditionell waren auch „Die Fusionierten“ zur Stelle, um einmal mehr mit Witz und Augenzwinkern ihre Verse über aktuelle Geschehnisse (und Sachen die eben nicht geschehen) an den Mann und die Frau zu bringen. Danach der musikalische Start mit Klängen der Harlekinos und anschliessend der Premiere unserer beiden neuen Songs, welche als durchaus gelungen bezeichnet werden durfte. Ebenfalls traditionellerweise konnten wir für einmal unserer verkleidungstechnischen Kreativität freien Lauf lassen und wir mussten nicht dem klassischen Uniformzwang nachgeben, der danach für die restliche Fasnacht wieder herrschen wird. So kam es, dass man mit dem Ausruf „du blödi Chueh“ plötzlich ein Herde von 11 wütenden Kühen um sich sah. Bemerkenswert, dass all unsere weiblichen Mitglieder das gleiche Kostüm trugen (im Toggenburg waren die Ställe dafür nun leer gefegt), was z.B. auf einer Hochzeit in einem traurigen Fiasko enden würde. Wir sind deshalb sehr stolz auf unsere Kühe. Sie waren allerdings nicht die einzigen tierischen Mitglieder: Zwei Zebras (den Kühen verwechselnd ähnlich sehend) und die obligaten Kuschelhasen waren auch am Start. Selbstverständlich dürfen bei sowas Cowboys, Indianer, sexy Langläufer aus den 70ern oder 80ern und andere komische Gestalten nicht fehlen.

Der Abend nahm nun so seinen üblichen, sehr kurzweiligen Verlauf und gefühlte fünf Minuten nach der Eröffnung wurde das Zelt bereits wieder geschlossen und man stand vor der üblichen, unglaublich schwierigen und nervenaufreibenden Frage wie denn der angebrochene Abend jetzt weitergehen sollte. Nun gut, Taxi nach Hause? Tja, entweder waren Körper und Geist nicht darauf eingestellt oder man kann auf die guten Kollegen zählen, die dafür sorgen, dass man gar keine Chance zur Heimkehr erhält. Long Island im Schwanen? Zu. Whisky Cola im Nautic? Zu. Gin Tonic im Dieci? Zu. Rapperswil! Bottega? Zu weit weg. Essen? Spaghetti? Sensationell. Wo? Selbstverständlich musste man sich das Grüppchen, mit dem man die Nacht zum Tage zu machen gedenkte, sehr gut ausgesucht werden, sodass man schlussendlich in einem Schulhaus mit Küche landete, wo man nebst dem unglaublich wohltuenden Teller Pasta auch getränketechnisch absolut auf seine Kosten kam. Ob nun der ultrastarke Luz auf der Dachterrasse mit wunderbarem Blick über die Kempratner Bucht nun zu viel des Guten war, darüber scheiden sich die Geister.

Nun, kurz bevor die Sonne die Nacht vertrieb und man definitiv ein schlechtes Gewissen hatte, weil man wiedermal übertrieben hatte, schaffte man es dann doch noch nach Hause in die Heia.


Samstag

Von der Sonne geküsst (was nicht zwingend nötig gewesen wäre, da das helle Licht dem Kopfweh nicht nur Gutes tat) traf man sich zum Apéro und Schminken bei den Steiners. Dann das uns bereits wohl bekannte Programm: Stei am Zwei, Platzkonzertli eins, Platzkonzertli zwei, Quellenhof Biergartenkonzert, dazwischen noch der kleine aber feine Gönnerapéro und natürlich – als eines der diesjährigen Highlights – die Vorstellung von Trixie (Interessenten informieren sich bitte unter www.zieh-leine.ch), welche nicht nur den kleinen Zuschauer Spass machte, sondern auch den einen oder anderen Bub im Manne hervorholte (mit der Bitte, dass Trixie doch wenigstens das Rapperswil-Weekend überleben sollte).

Zur Stärkung gings dann ins Rossini, wo nebst fliegenden Broten dann auch Pasta à Discretion im Angebot stand. Schlag auf Schlag verflogen dann die Stunden, unterbrochen mit der Begrüssung des Schlossnarrs, einem coolen Auftritt bei den Schlosshüülern an der Hüülernight und diversen Luz. Unsere letzte Station führte uns dann in den Rathaussaal, wo uns die Massen bereits erwarteten….Zum Glück haben wir einen sehr umtriebigen und geschäftigen Fähnrich. Dieser junge Herr hat uns nämlich freundlicherweise neben Bier auch gleich noch ein paar Zuhörer organisiert. Spass beim Musizieren hatten wir aber auf jeden Fall. Da der Schwanen auch am heutigen Samstag geschlossen blieb, avancierte diese Afterparty schon langsam zu einer zweiten Schwanenbarrockrackete. Leider scheiterte das Vorhaben dann an der fehlenden Musik. Deshalb wurde man auch eher zu einem tiefsinnigen Gespräch verleitet als zu wilden Tanzbewegungen zu krassem Elektroschissl oder Hadbanging zu Rockdissl. Bald mal war dann aber auch Zeit, dem lieben Wirt und seinen Angestellten Feierabend zu gewähren und man beschloss, sich in diverse Himmelsrichtungen aufzuteilen. Fraktion Hüülernight, Fraktion Geister-Bar, Fraktion Vögel-Zelt und Fraktion Steiner-WG. Dort war es an sich nebst kurzen Abkühlungen ganz gemütlich und auch die Zwischenverpflegung hat trotz abgelaufener Kokusmilch absolut gemundet.


Sonntag

Traumhaftes Wetter, traumhafte Stimmung. Anfangen, mit was man aufgehört hatte: Gin Tonic, White Russian oder ein Bierchen das von den BB’s freundlich gereicht wurde. Dann die Sonnenbrille aufsetzen und auf in die Altstadt, um die bereits in Scharen an den Umzug strömenden Zuschauer musikalisch zu beglücken. Rapperswil zeigte sich von seiner schönsten Seite und dank der hohen Startnummer, war es uns gegönnt, vor Umzugsbeginn noch ein paar Minütelein auf der Sonnenterrasse vor dem Nautic die Ferienstimmung zu geniessen. Zum Glück waren wir geschminkt, sonst hätte bestimmt der eine oder die andere heute einen Sonnenbrand! Nachdem wir uns zielsicher und ohne uns einmal verlaufen zu haben in Richtung Schlosstreppe gekämpft haben, kam uns die späte Startnummer noch einmal zu Gunsten und direkt nach dem Genuss der Wienerli und der Organisation von was Flüssigem, ging dann auch das Monsterkonzert los. Einmal mehr ein sehr cooler Ausblick auf die riesige, schaukelnde Menge auf dem Hauptplatz.

Dank des wunderbaren Wetters, blieben die Leute auch noch etwas länger auf dem Hauptplatz und als Guggenmusik spielte man nicht nur für die Standbetreiber und Putzmaschinen, sondern für eine reichhaltige Zuhörerschar – und wenn man sogar noch genug lang blieb, wurde man noch mit gratis Würsten, Bier, Schenkeli oder Berliner belohnt. Sensationell. So war es dann auch nicht verwunderlich, dass man in der Geisterbar eine doch noch recht beachtliche Anzahl Rondos beim Schlummi traf.

Ein absolut gelungener und wunderschöner Auftakt in eine hoffentlich ebenfalls so tolle Fasnachtssaison für die IG | Rondo.